AbbildungRingförmige Glasdichtung wird unter der Uhrmacherpresse eingesetzt
Einsetzen einer Glasdichtung mit der Presse

Warum eine neue Glasdichtung einsetzen

AbbildungGerissene Glasdichtung neben einer intakten neuen Dichtung
Warum eine neue Glasdichtung einsetzen

Die Glasdichtung, meist aus Hytrel, hält das Glas in der Lünette und trägt zur Dichtigkeit der Uhr bei. Bei Taucheruhren ist sie unverzichtbar für den Druckwiderstand. Bei jedem Ausbau des Glases muss diese Dichtung ersetzt werden: sie verformt sich, härtet aus oder klebt am Glas fest.

Passende Referenzen finden Sie in unserem Katalog Glasdichtungen für Uhren.

Einbauschritte

AbbildungNeue Dichtung konzentrisch zum Glas auf dem Gehäuse positioniert
Schrittweiser Einbau
  1. Uhr öffnen und Werk entnehmen, um an einem leeren Gehäuse zu arbeiten.
  2. Altes Glas ausbauen mit einer Glaspresse oder einem geeigneten Auszieher.
  3. Alte Dichtung vollständig entfernen. Bei harter Dichtung die Reste mit einer Nadel oder scharfen Pinzette lösen, ohne das Finish zu zerkratzen.
  4. Die Nut reinigen. Bei hartnäckigen Rückständen Ultraschallbad oder warmes Seifenbad und weiche Bürste verwenden.
  5. Gehäuse vollständig trocknen, bevor die neue Dichtung eingesetzt wird.
  6. Neue Dichtung einsetzen, mit der Pinzette in kleinen, aufeinanderfolgenden Druckbewegungen in die Nut drücken.
  7. Planlage prüfen: die Dichtung muss rundum eben und durchgängig sitzen.
  8. Glas mit der Presse wieder einsetzen und den Druck gleichmäßig verteilen.

Technische Hinweise

AbbildungMakroaufnahme einer korrekt geschmierten und eingesetzten Dichtung
Technische Hinweise zum Einsetzen

Anders als Kronendichtung und Gehäusedichtung wird die Glasdichtung nicht geschmiert. Silikonfett beeinträchtigt ihren Halt. Geduld lohnt sich: springt die Dichtung aus der Nut, einen Abschnitt mit dem Finger festhalten, während der Rest eingesetzt wird.

Benötigtes Werkzeug

AbbildungGlaspresse, Dichtung und Silikon auf der Werkbank
Benötigtes Werkzeug
  • Uhrenglaspresse
  • Uhrmacherpinzette
  • Nadel oder Stechahle
  • Ultraschallbad (optional)
  • Fusselfreies Tuch

Diese Artikel finden Sie in unserem Bereich Uhrmacherwerkzeug.

Nach unserer Werkstatterfahrung weisen fast 9 von 10 Uhren, die wegen Dichtigkeitsproblemen abgegeben werden, eine ausgehärtete oder schlecht sitzende Glasdichtung auf.
Die Dichtigkeit einer Uhr hängt zu 90 % vom Zustand der Dichtungen ab, nicht vom äußeren Eindruck des Gehäuses.

Häufige Fehler

  • Die alte, verformte Glasdichtung wiederverwenden
  • Die Glasdichtung schmieren (Fett zerstört den Halt)
  • Das Glas ohne passende Presse einpressen

FAQ

Muss die Glasdichtung beim Glaswechsel immer ersetzt werden?

Ja. Die Dichtung verformt sich beim Ausbau und verliert ihre Dichteigenschaft. Eine neue Dichtung ist Pflicht.

Aus welchem Material bestehen Glasdichtungen?

Hytrel ist das Standardmaterial. Es verbindet Elastizität mit dauerhafter Druckfestigkeit.

Darf man eine Glasdichtung fetten?

Nein. Silikonfett bleibt O-Ringen an Gehäuseboden und Krone vorbehalten. Auf dem Glas verschlechtert es den Halt.

Wie ermittle ich den richtigen Durchmesser?

Siehe unseren Leitfaden Glasdichtung für Uhr ausmessen vor der Bestellung.

Verfasst vom Joint-de-Montre.com-Team · Aktualisiert am 22. Mai 2026