Warum eine Uhrendichtung fetten
Silikonfett ist das Standard-Dichtmittel der Uhrmacherei. Es ist wasserabweisend, hält die Dichtung geschmeidig und verhindert das Aushärten. Eine korrekt gefettete Dichtung sorgt nach dem Zusammenbau für länger anhaltende und zuverlässigere Dichtheit.
Dies gilt für Gehäusedichtungen und Kronendichtungen. Glasdichtungen hingegen werden nicht gefettet.
Schnellmethode: die Fettbox
Die Fettbox enthält mit Silikonfett getränkte Schwämme. So wird das Fett gleichmäßig und ohne Überdosierung aufgetragen.
- Dichtung zwischen die beiden Schwämme legen.
- Deckel schließen und eine halbe Umdrehung drehen.
- Dichtung mit der Pinzette entnehmen: sie ist gleichmäßig gefettet.
- Dichtung einsetzen, ohne sie zu verunreinigen.
Manuelle Methode
Ohne Box wird das Fett mit einem Spatel oder einem sauberen Finger aufgetragen:
- Eine kleine Menge Silikonfett entnehmen.
- Die Dichtung zwischen Daumen und Zeigefinger mit dünnem Film rollen.
- Überschuss vermeiden: zu viel Fett bindet Staub und Schmutz.
Benötigte Werkzeuge
- Silikonfett in Uhrmacherqualität
- Fettbox (empfohlen)
- Uhrmacher-Pinzette
Erhältlich in unserer Rubrik Uhrmacherwerkzeuge.
Ohne Silikonfett verliert selbst die beste Dichtung die Hälfte ihrer Nutzdauer.
Schmierstoffe im Vergleich
| Typ | Einsatz | Standzeit |
|---|---|---|
| Silikonfett (Uhrmacher) | O-Ringe Gehäuse & Krone | 2 bis 3 Jahre |
| Mineralfett | Nie auf Elastomeren | Greift die Dichtung an |
| Uhrenöl | Nur fürs Werk, nie auf Dichtungen | — |
Häufige Fehler vermeiden
- Mineralfett verwenden, das Elastomer angreift
- Fett überdosieren: Staub haftet daran
- Eine Glasdichtung fetten (unbedingt vermeiden)
FAQ
Welches Fett verwenden?
Ausschließlich Silikonfett für die Uhrmacherei. Mineralfette greifen Elastomere an.
Wie oft nachfetten?
Bei jedem Öffnen des Gehäuses oder alle 2 Jahre als vorbeugende Wartung.
Kann ich eine bereits eingesetzte Dichtung fetten?
Idealerweise nicht. Dichtung herausnehmen, fetten und für eine gleichmäßige Beschichtung wieder einsetzen.