IllustrationBehutsames Auftragen von Silikonfett auf einen O-Ring
Dichtung mit feinem Pinsel fetten

Warum eine Uhrendichtung fetten

IllustrationTrockene rissige Dichtung neben einer richtig gefetteten
Warum eine Uhrendichtung gefettet werden muss

Silikonfett ist das Standard-Dichtmittel der Uhrmacherei. Es ist wasserabweisend, hält die Dichtung geschmeidig und verhindert das Aushärten. Eine korrekt gefettete Dichtung sorgt nach dem Zusammenbau für länger anhaltende und zuverlässigere Dichtheit.

Dies gilt für Gehäusedichtungen und Kronendichtungen. Glasdichtungen hingegen werden nicht gefettet.

Schnellmethode: die Fettbox

IllustrationGeöffnete Uhrmacher-Fettbox mit Dichtungen innen
Schnellmethode mit der Fettbox

Die Fettbox enthält mit Silikonfett getränkte Schwämme. So wird das Fett gleichmäßig und ohne Überdosierung aufgetragen.

  1. Dichtung zwischen die beiden Schwämme legen.
  2. Deckel schließen und eine halbe Umdrehung drehen.
  3. Dichtung mit der Pinzette entnehmen: sie ist gleichmäßig gefettet.
  4. Dichtung einsetzen, ohne sie zu verunreinigen.

Manuelle Methode

IllustrationFeiner Pinsel legt einen Schleier Silikonfett auf eine Dichtung
Manuelles Fetten mit feinem Pinsel

Ohne Box wird das Fett mit einem Spatel oder einem sauberen Finger aufgetragen:

  • Eine kleine Menge Silikonfett entnehmen.
  • Die Dichtung zwischen Daumen und Zeigefinger mit dünnem Film rollen.
  • Überschuss vermeiden: zu viel Fett bindet Staub und Schmutz.

Benötigte Werkzeuge

IllustrationMoebius-Silikonfett, Pinsel und Dichtungen auf Matte
Werkzeuge zum Fetten der Dichtung
  • Silikonfett in Uhrmacherqualität
  • Fettbox (empfohlen)
  • Uhrmacher-Pinzette

Erhältlich in unserer Rubrik Uhrmacherwerkzeuge.

Eine mit Silikonfett richtig behandelte Dichtung behält ihre Elastizität bis zu 3-mal länger als eine trocken eingebaute.
Ohne Silikonfett verliert selbst die beste Dichtung die Hälfte ihrer Nutzdauer.

Schmierstoffe im Vergleich

IllustrationDrei Töpfe Uhrmacher-Schmierstoffe in einer Reihe, beschriftet
Visueller Vergleich der Schmierstoffe
TypEinsatzStandzeit
Silikonfett (Uhrmacher)O-Ringe Gehäuse & Krone2 bis 3 Jahre
MineralfettNie auf ElastomerenGreift die Dichtung an
UhrenölNur fürs Werk, nie auf Dichtungen

Häufige Fehler vermeiden

  • Mineralfett verwenden, das Elastomer angreift
  • Fett überdosieren: Staub haftet daran
  • Eine Glasdichtung fetten (unbedingt vermeiden)

FAQ

Welches Fett verwenden?

Ausschließlich Silikonfett für die Uhrmacherei. Mineralfette greifen Elastomere an.

Wie oft nachfetten?

Bei jedem Öffnen des Gehäuses oder alle 2 Jahre als vorbeugende Wartung.

Kann ich eine bereits eingesetzte Dichtung fetten?

Idealerweise nicht. Dichtung herausnehmen, fetten und für eine gleichmäßige Beschichtung wieder einsetzen.

Verfasst vom Team von Joint-de-Montre.com · Aktualisiert am 22. Mai 2026